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Medieninformation vom 21.09.2012 Strafverfahren gegen Dr. Aribert Heim wegen Verdachts des mehrfachen Mordes aufgrund Todes des Angeschuldigten eingestellt 21.09.2012
Durch Beschluss vom 20. September 2012 hat die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Baden-Baden das Strafverfahren gegen Dr. Aribert Heim wegen Todes des Angeschuldigten nach § 206 a der Strafprozessordnung eingestellt. Dem am 28.06.1914 geborenen Angeschuldigten war mit im Jahre 1979 erhobener Anklage der Staatsanwaltschaft Baden-Baden zur Last gelegt worden, als Revierarzt im österreichischen Konzentrationslager Mauthausen im Zeitraum Oktober bis November 1941 in zahlreichen Fällen Häftlinge durch Spritzen oder nicht notwendige Operationen grausam getötet zu haben. Der Angeschuldigte, der bis zu seiner Flucht im Jahre 1962 zuletzt in Baden-Baden wohnhaft war, war mit internationalem Haftbefehl des Landgerichts Baden-Baden gesucht worden. Trotz jahrzehntelanger umfangreicher Ermittlungen, mitunter im europäischen und südamerikanischen Ausland, war es bis Februar 2009 nicht gelungen, den Aufenthaltsort des auch steckbrieflich Gesuchten zu ermitteln. Zur Begründung des nunmehr erlassenen Einstellungsbeschlusses hat die Schwurgerichtskammer ausgeführt, es sei davon auszugehen, dass der Angeschuldigte, nachdem er sich im Jahre 1962 seiner Verhaftung durch Flucht entzogen hatte, in Ägypten untergetaucht und im Jahre 1980 zum islamischen Glauben konvertiert sei. Unter dem fortan von ihm geführten Namen Tarek Hussein Farid sei er am 10.08.1992 in Kairo verstorben. Aufgrund von Medienrecherchen der New York Times und des Zweiten Deutschen Fernsehens, über die im Februar 2009 in den Medien berichtet wurde, und nach von der Kammer veranlassten umfassenden Auswertungen überlassener Dokumente durch das Landeskriminalamt Baden-Württemberg habe sich ergeben, dass sich der flüchtige Angeschuldigte zunächst über Jahre hinweg unter dem Namen Ferdinand Heim in Kairo verborgen gehalten habe. Einer vorgelegten Sterbeurkunde zufolge sei am 10.08.1992 in Kairo ein Tarek Hussein Farid verstorben. Eine Überzeugung von der Konvertierung des Gesuchten zum Islam und eine damit verbundene Namensänderung in Tarek Hussein Farid habe sich aus den überlassenen Unterlagen zunächst nicht mit der erforderlichen Sicherheit gewinnen lassen. Im Frühjahr 2012 habe schließlich der Verteidiger des Angeschuldigten neben weiteren Unterlagen eine Konvertierungsurkunde vorgelegt. Untersuchungen des Landeskriminalamts hätten die Echtheit dieser Urkunde bestätigt. Nach diesen Erkenntnissen und nach glaubhaften Angaben des von der Schwurgerichtskammer als Zeuge vernommenen Sohnes des Angeschuldigten verblieben keine Zweifel, dass der Angeschuldigte mit der Person Tarek Hussein Farid identisch und im Jahre 1992 infolge Krebsleidens verstorben sei. Zeller Richterin am Landgericht Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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